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58 Jahre Mesner in Neudorf

Hans Schlegl geht mit 70 in den Ruhestand

Neudorf(rgl). Am vergangenen Dienstag ging in der Filialgemeinde Neudorf eine Ära zu Ende: Mesner Hans Schlegl wurde nach 58 Dienstjahren offiziell verabschiedet. Den Gottesdienst feierten Pfarrer Arnold Pirner und Pfarrer i. R. Ambros Trummer.

Pfarrer Pirner würdigte in seiner Laudatio den jahrzehntelangen Einsatz von Hans Schlegl. Im zarten Alter von 12 Jahren wurde er damals als Ministrant in den Mesnerdienst eingewiesen, den er ab 1966 selbständig und alleinverantwortlich übernommen hatte.

„In Neudorf kann sich kaum mehr jemand an einen anderen Mesner als Hans Schlegl erinnern“, stellte Pfarrer Pirner fest. 1962 zelebrierte der Priester noch am Hochaltar mit dem Rücken zum Volk; die Ministranten mussten das Stufengebet in Latein lernen. Unglaublich viel habe sich in diesen 58 Jahren in der Welt und in der Kirche verändert, so Pfarrer Pirner. Hans Schlegl habe in seiner Zeit als Mesner 6 Päpste, 4 Regensburger Bischöfe und 5 Luher Pfarrer erlebt und dazu viele weitere Geistliche, wie zum Beispiel viele Jahre lang die Augustinerpatres aus Weiden.

„In all den 58 Jahren haben Sie unsere Dorfkirche wie ihren Augapfel gehütet.

Neben Ihrer Sorge um die Kirche und Ihren Aufgaben als Mesner haben Sie auch Dienste als Vorbeter und Kommunionhelfer übernommen, die Ministranten angelernt, waren im Pfarrgemeinderat und in der Kirchenverwaltung als beratendes Mitglied tätig. Viele handwerkliche Arbeiten haben Sie selber übernommen und dadurch der Kirche viel Geld erspart. Zuletzt waren Sie noch eifrig als Helfer bei der Renovierung des Leichenhauses im Einsatz. In Ihren 58 Mesnerjahren haben Sie viele Opfer gebracht und mussten oft auf andere Dinge verzichten, wenn Sie eben in der Kirche Dienst hatten. Mein herzlicher Dank gilt auch Ihrer Frau Anni, die Sie im Hintergrund unterstützt hat und all die Jahre Verständnis für Ihren Dienst als Mesner aufgebracht hat. Ich bin jetzt seit 2008 als Pfarrer und Luhe und Neudorf und habe Sie immer als sehr freundlich, loyal und äußerst zuverlässig erlebt. Sie waren einfach immer da. Auf Sie war immer Verlass“ würdigte Pfarrer Pirner seinen ausscheidenden Mesner, der vor kurzem seinen 70. Geburtstag gefeiert hatte und nun im Ruhestand etwas mehr Freiheit für seine persönlichen Hobbies wie zum Beispiel Reisen haben möchte.

„Ich sage Ihnen persönlich und im Namen der Filialgemeinde Neudorf von Herzen ein ganz ganz herzliches Vergelt’s Gott für Ihren jahrzehntelangen Dienst als Mesner, für Ihre Treue, Ihre Zuverlässigkeit und für die unermesslich viele und kostbare Zeit, die Sie für die Dorfkirche in Neudorf und unsere Filialgemeinde St. Barbara investiert haben. Gott möge Ihnen Ihren großen persönlichen Einsatz reich mit seinem Segen vergelten!

Ich darf für mich sagen: Es war eine sehr schöne Zeit mit Ihnen, eine wunderbare, vertrauensvolle und harmonische Zusammenarbeit.

Ich wünsche Ihnen für Ihren Mesner-Ruhestand Gottes reichsten Segen, alles erdenklich Gute, vor allem Gesundheit!“

Zum Dank und als Erinnerung überreichte er Hans Schlegl einen Hinterglas-Hausschutz sowie die Ehrenurkunde des Diözesan-Mesnerverbandes.

Zur Feier des Tages waren auch alle 21 Neudorfer Minis mit ihrer Betreuerin Simone Ott gekommen, um ihrem Mesner nachträglich mit einem „Rentner-Kistl“ und einer Foto-Collage zum 70. Geburtstag zu gratulieren und ihn gebührend zu verabschieden. Bastian Ott dankte Hans Schlegl im Namen aller Minis für seinen Einsatz beim Anlernen ganzer Generationen von Ministranten,

beim Ratschen, bei der alljährlichen Sternsingeraktion und für viele schöne, gemeinsame Stunden und wünschte ihm alles Gute für seinen Ruhestand.

Für die Kirchenverwaltung würdigte Kirchenpfleger Gerhard Hero die jahrzehntelangen Verdienste von Hans Schlegl um die Dorfkirche St. Barbara und überreichte seiner Ehefrau Anni einen Blumenstrauß. Außerdem erinnerte er die Gemeinde daran, dass für Hans Schlegl noch Nachfolger/-innen gesucht werden.

Hans Schlegl hielt zum Schluss mit bewegten Worten Rückschau auf seine lange Zeit als Mesner. „Der Mesnerdienst hier in der Filialkirche Neudorf hat mein ganzes Leben mitgeprägt. Für mich war es Freude und Ehre, aber zugleich auch Verantwortung und Verpflichtung unserer, ja meiner Kirche gegenüber.“

Er versprach, seine Nachfolger/in gerne einzuarbeiten und sein Wissen und seine Erfahrung weiterzugeben. Außerdem stehe er auch für Vertretungen bereit.

Mit einem Stehempfang auf dem Kirchplatz, den die Kirchenverwaltung organisiert hatte, klang der Abend in gemütlicher Runde aus.

     

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