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Er war so frei und tischte zur Fastenzeit beseelte Kunst auf, die erheitert und berührt:
Hubert Treml begeistert beim Liederabend im Luher Pfarrheim

Da Rest vo mein Leben göit ejtz lous –

Heiteres und Nachdenkliches von Hubert Treml

Luhe. (rgl) Seit 17 Jahren ist der Regensburger Liedermacher Hubert Treml, geboren und aufgewachsen „in da Weidn“, als selbständiger Künstler unterwegs. Lieder, meist in unver-fälschtem Oberpfälzer Dialekt, schreibt er schon seit seiner Kindheit. Mit „An Engl aaf da Stöign“ und „Annamirl“, einem Lied über eine verpasste Chance, gab er bereits beim Got-tesdienst in der Luher Kirche St. Martin eine Kostprobe aus seinem Repertoire.
Im Pfarrheim begrüßte anschließend PGR-Sprecherin Ulrike Duschner den Künstler und die zahlreichen Gäste aus Nah und Fern, die den Saal bis auf den letzten Platz füllten. Sie wurden anschließend gleich beim ersten Lied „Wos Bessers wöi an Toud findst überall“ als Back-round-Chor aktiv einbezogen. Die Inspiration zu diesem Stück fand Treml bei den Bremer Stadtmusikanten in Grimms Märchen.
Die Frage, was eigentlich wichtig ist, stellte Treml mit dem Lied „Wenn d’Glockn leit“, bei dem das Publikum die schwierige Aufgabe bekam, zum richtigen Zeitpunkt „Ding-Dong“ zu singen.
Als Fastenzeitsong schlechthin gab Treml „Nix und a Stückl Broud dazou“ zum Besten, um anschließend mit „Spiegelei und Leberkas“ nach der Melodie von „Yesterday“ Appetit auf mehr zu machen.
Unvergleichlich und oft urkomisch die Kommentare und die Mimik Tremls zu den einzelnen Stücken, die von lustig und nachdenklich bis traurig die ganze Bandbreite des menschlichen Lebens beinhalten.
Den Aschermittwoch mit dem Aschenkreuz liebe er, gestand Treml, weil er dem Menschen die Endlichkeit des Lebens vor Augen führe und ihn auffordere, Chancen zu nutzen und dem Ruf des eigenen Herzens zu folgen.
Mit „Heilig“, „Grenzerer“ oder „Da Rest vo mein Lebn göit ejtz lous“ schlug Treml sehr nachdenkliche Töne an und rührte mit dem Lied „Döi ganze Zeit is nie vorbei“, das er zur Beerdigung eines acht Monate alten Kindes geschrieben hatte, beinah zu Tränen.
Treml verarbeitet gekonnt zeitgeschichtliche Themen in seinen Songs, so zum Beispiel mit „Ei in d’Tschechei“, mit dem er humorvoll das Verhalten vieler Oberpfälzer nach der Grenzöffnung zum Nachbarland beschreibt.
Virtuos und sehr variabel begleitet der originelle Liedermacher seine Songs auf der Gitarre und teilweise gleichzeitig auf der Mundharmonika. Ein größeres Orchester vermisst man dabei überhaupt nicht.
Mit „Zeig jetzt dein Gesicht“ forderte er sein Publikum auf, angesichts des Zustroms von Flüchtlingen Menschlichkeit zu beweisen und sich so zu verhalten, „dass du abends in den Spiegel schauen kannst“.
Lieder wie „Die best Medizin is a Söl, döi mit mir göit“, „Da Rest vo mein Lebn göit heit lous“ und „Du Engl du“ stimmten nachdenklich und griffen menschliche Erfahrungen auf.
Jede Menge Lacher erntete Treml mit „Schöi saa schadt niat“, „Selbagmachte Erdbeer-mamalad“ und besonders mit „Da Unterhem-Brando vom Hammerweg“, an dem so manche Fastenzeit spurlos vorübergegangen sei.
Als sich der Liedermacher nach eineinhalb Stunden Non-Stop-Programm verabschieden wollte, erklatschten sich die begeisterten Zuhörer mit Standing Ovations noch drei Zugaben und wurden dabei selber zu Höchstleistungen herausgefordert, als sie beim Lied vom „Kirwa-kouchn“ den Kehrvers „Göi, lou ma doch dein Kirwakouchn heit aaf d’Nacht bei dir vasouchn“ merken mussten.
Mit den Liedern „Mei Zoigl-Moidl“ und „Herzstück“ ging das sehr abwechslungsreiche und kurzweile Programm beinah besinnlich zu Ende.

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